...Und dann kam Alex"

Theaterstück über Mobbing als Präventionsbaustein an der HRS Neuenkirchen

In der vollbesetzten Aula der Haupt- und Realschule Neuenkirchen führte das Ensemble
Radiks aus Berlin ein Theaterstück auf, das rund 200 Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge
7-10 eine Stunde lang in seinen Bann zog.
Und dann kam Alex ... so fing es an und so endete das Stück auch. In Rückblenden nämlich
stellten die beiden Schauspieler in sieben Rollen schlüpfend eindrucksvoll dar, wie es zu
dieser Verzweiflungstat kam, mit der Alex - ein Mobbingopfer an seiner Schule - eigentlich
nur „Gerechtigkeit walten lassen" wollte: Mit einer Pistole bewaffnet stürmt er durch die
Schule, nimmt einige seiner Mitschüler als Geisel und löst versehentlich einen Schuss auf die
Schulsekretärin aus, die eben noch auf seine Anweisung hin den Rektor ausgerufen hatte.
Der Polizeipsychologe spricht -per Handyanruf- beruhigend auf ihn ein, Alex' aber sieht sich
selbst in einer für ihn ausweglosen Situation und will sich erschießen. Allein der plötzliche
Entsetzensschrei Jeanettes, seiner Mitschülerin, die seine Liebe nicht erwidert und darüber
hinaus zum schweigenden Mitmacherkreis der Täter gehört, scheint ihn von diesem Vorhaben
schließlich abzubringen.
Was führt Jugendliche zu so einer Tat?
Dass die Mitschüler/innen ihn ständig argem und erniedrigen, ihn hereinlegen und ihn in
Gewissens- sowie Gesetzeskonflikte treiben?
Dass der Vater den Berufswunsch seines Sohnes und dessen Eigeninitiative diesbezüglich
völlig ignoriert und nur seinen Willen durchsetzen will?
Dass die Eltern unehrlich miteinander umgehen und für die Probleme ihres Sohnes weder
Augen noch Ohren haben?
„Wer oder was hätte Alex helfen können?", fragt der eine Hauptdarsteller anschließend sein
Publikum zu Beginn eines dreißigminütigen Nachgesprächs. Während die von der
Inszenierung faszinierten und beeindruckten Schülerinnen und Schüler sich im großen
Plenum eher zurückhaltend verhielten, ließen sie ihren Gedanken und Meinungen -einmal
zurück im eigenen Klassenraum- freien Lauf, wobei es zu „äußerst intensiven und
fruchtbaren Auseinandersetzungen" mit dem soeben erlebten Theaterstück gekommen sei, so
der einhellige Kommentar der begleitenden Lehrpersonen.
Im Rahmen des Präventionskonzepts der Schule stellt diese Auffuhrung einschließlich ihrer
Vor- und Nachbereitung im Unterricht einen weiteren Baustein zur Vorbeugung von Gewalt
dar.

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