Bildung ist das Thema der Zukunft 2. Unternehmertag im Nordkreis

jp Neuenkirchen. „Diese Region ist anderen eine Nasenspitze, vielleicht sogar zwei voraus“, meinte der niedersächsische Wirtschaftsminister Jörg Bode beim Nordkreis-Unternehmertag. Denn in Bezug auf Berufsorientierung in den Schulen und Kooperation wird in der Ilek-Region Nördliches Osnabrücker Land zum Teil schon Vorbildliches geleistet.

Bode unterstrich in seinem Vortrag, dass trotz Finanzkrise an der Bildung nicht gespart werden dürfe. Aber auch nicht an Weiterbildung in den Betrieben, denn die Mitarbeiter seien die wichtigsten Ressourcen eines Unternehmens. Wichtig sei es mit Blick auf den demografischen Wandel, auch junge Menschen mit Handicaps in den ersten Arbeitsmarkt zu bringen. „Der Arbeitslose von heute kann die Fachkraft von morgen sein“, forderte Bode eine enge Zusammenarbeit von Kammern, Verbänden und Arbeitsverwaltung.
Ausbildungsscouts oder -lotsen könnten aus Sicht des Ministers verhindern, dass zu viele Auszubildende die Lehre abbrechen würden. Die Frage sei zudem, wie Firmen passgenaue Nachwuchskräfte bekommen könnten. Beispiele dafür hatte der Minister vorher schon gehört, als Fachkräfte aus der Region sich im Podium zum Hauptthema „Bildung und Qualifizierung“ äußerten.
Manfred Seelmeyer jun. verwies als Gastgeber darauf, dass sich die Neuenkirchener Firma mit anderen Unternehmen unter der Marke „bauXpert“ zusammengeschlossen habe und diese auch gemeinsam Mitarbeiter-Qualifizierung betrieben.
Ernst-August Schulterobben, Leiter des Haupt- und Realschule (HRS) Neuenkirchen, verdeutlichte, dass nicht erst durch neue Grundsatzerlasse des Kultusministeriums dem Thema Berufsorientierung eine große Bedeutung vor Ort zukomme, sondern diese bereits eine lange Tradition an der Schule habe. Er führte gelungene Projekte wie „Ich gehe mit Dir zur Arbeit“ oder „Vom Baum zur Bank“ an und verwies auf das bestehende Bündnis für Ausbildung. Den Schülern würde die Berufswahl erleichtert, sie erhielten Hilfe bei der Jobsuche. „Unterstützen Sie uns in Ihrem eigenen Interesse“, appellierte Schulterobben an die anwesenden Unternehmer, den Jugendlichen schon während der Schulzeit die Chance zu geben, länger in den Betrieb hineinzuschnuppern.
„Viele Bewerber haben keine Ahnung, was auf sie zukommt“, so Andreas Wiegmann, der aber auf eine gelungene Kooperation mit der HRS Bersenbrück verwies. Im kaufmännischen Bereich, als Metallbauer, technischer Zeichner oder Verfahrensmechaniker könnten Interessenten einen Ausbildungsplatz bei der Wiegmann-Unternehmensgruppe finden. Betriebserkundungen böten Schüler einen Einblick in die Betriebsabläufe, sie könnten sogar zum Teil eigene Stücke fertigen. Auszubildende aus dem Betrieb gingen in die Schule, um dort über ihr Berufsbild zu informieren, die Partnerschule erhalte zudem ein festes Kontingent an Praktikumsplätzen. Das Unternehmen lerne so potenzielle Bewerber früher kennen, um so die Abbrecherquote zu verringern.
„Bildung kostet Geld, keine Bildung kostet noch mehr Geld“, verdeutlichte René Duvinage , Leiter der Agentur für Arbeit in Bersenbrück, die Bedeutung einer guten Ausbildung. Auch wenn in Deutschland viel Geld in Automation gesteckt werde, so benötigten die Unternehmen qualifizierte Kräfte, und um diese gebe es spätestens ab 2020 einen Kampf.
„Wer eine Fünf in Mathe hat, kann plötzlich in der Praxis trotzdem ganz hervorragen rechnen“, verwies Siegfried Averhage (Maßarbeit) auf Beispiele, dass Zeugnisnoten nicht alles aussagen. Die Voraussetzungen in der Region seien gut, um Bildungsstrukturen weiterzu-entwickeln und ein Zusammenrücken von Firmen und Schulen zu ermöglichen.
Samtgemeindebürgermeister Martin Brinkmann, der Bildung als das Thema der Zukunft herausgestellt hatte, dankte der Firma Seelmeyer, der VR Bank im Altkreis Bersenbrück und Raiffeisenagrar für ihr Engagement beim Unternehmertag.
Weitere Infos und Fotos: www.ilek-nol.de

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